Buch Staffan Lindeberg, Teil 2. - Ungesunde Ernährung: eine Grabschrift für Getreide und Milch

Im ersten Teil des siebten Kapitels seines Buches "Food and Western Disease" gibt Prof. Staffan Lindeberg († 2016) zusammenfassend Hinweise für eine ungesunde Ernährung aus dem Blickwinkel der Evolutionsmedizin. Es ist zugleich die Grabschrift für Getreide und Milchprodukte:
"7.1. Nicht zu empfehlende Nahrungsmittel sind solche, die es in der Evolution des Menschen nicht gab. Wenn solche (d.h. industrielle verarbeitete oder veränderte) Nahrungsmittel zu Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herzkreislauferkrankungen führen, ist anzunehmen, das eine Beschränkung von solchen Nahrungsmitteln gesundheitsfördernde Wirkung hat. Am Besten ist es jedoch, sie ganz aus der Ernährung herauszunehmen. Das ist insbesondere bei Autoimmunerkrankungen von entscheidender Bedeutung."

Getreide
Die natürliche menschliche Ernährung bewegt sich zwischen einer kohlehydratreichen Kost der Jäger und Sammler von Papua-Neuguinea, fast ohne tierische Proteine und einer eiweissreichen Kost der Eskimos, praktisch ohne Obst und Gemüse. Auf der anderen Seite entwickeln Menschen, die sich nur von Korn- oder Vollkornprodukten ernähren schwere Mangelerkrankungen wie Pellagra oder Beriberi. Selbst, wenn die Ernährung nur zur Hälfte aus Getreideprodukten besteht, besteht immer noch eine erhebliche Gefahr der Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitamin B12.
Auch wenn Getreide und insbesondere Vollkorngetreide nahrhafter als die meisten westlichen Ernährungsprodukte sind, bergen sie jedoch mehrfache Gefahren für unsere Gesundheit. Mehrere Inhaltsstoffe von Getreide blockieren das Sättigungshormon Leptin und führen damit indirekt zu einer Überfütterung bei Säugetieren,Vögeln und Menschen. Andere Komponenten von Getreide blockieren die Verdauung durch endokrine UnterbrechungPhytinsäure in Getreide verhindert die Aufnahme von Eisen, Zink, Kalzium und Magnesium. Getreide hat ein ungünstiges Omega-6 zu Omega-3-Fettsäureverhältnis und enthält wenig Vitamine im Vergleich zu Obst und Gemüse. Getreide können durch Ihre unverdaut in der Körper gelangende Proteine (z.B. Gluten) und Lektine erheblich zu Autoimmunerkrankungen und Allergien beitragen.

Milchprodukte
Freilebende erwachsene Säugetiere trinken - ausser dem Menschen - keine Milch. Menschliche Milch ist gut für Babies und Kuhmilch gut für Kälber. Ein lebenslanger Konsum von Milchprodukten birgt jedoch eine grosse Gefahr für die menschliche Gesundheit. Es gibt Hinweise aus Tierexperimenten, dass der Verzehr von Milchprodukten, inklusive Mager-Varianten, eine Ursache für die Entwicklung von Arteriosklerose und infolge davon Herzinfarkt, ausserdem bestimmte Arten von Schlaganfall, der Verminderung der Herzleistung und Demenz, ist. Milchprodukte sind auch mögliche Ursachen für Insulin-Resistenzen und Autoimmun-Defekte. Der oft gelieferte Grund Milch sei der ideale Kalziumlieferant ist zweifelhaft, weil die Auswirkung von Milch auf die Knochendichte bis jetzt nicht klar belegt werden konnte. Wenn man jedoch Milch und Milchprodukte unter Beibehaltung einer ansonsten typischen, westlichen Ernährung entfernt, kann es zu Kalziummangel und Knochenveränderungen kommen (kann nicht muss!). Bei einer "Steinzeiternährung" wäre das Weglassen von Milch als Kalziumlieferant dagegen ohne jegliche Bedeutung, weil genügend Kalzium über Gemüse (insbesondere Spinat und Grünkohl), Kräuter und Fisch aufgenommen wird.
Der Ernährungs-Mix von Milch- und Getreideprodukten als Hauptnahrungsquellen ist in den Bevölkerungen mit den typischen Zivilisationskrankheiten üblich, fehlt aber bei Populationen mit noch natürlicher Ernährungsweisen wie bei Stämmen aus dem Amazonas oder in Papua Neu-Guinea.

Raffinierte Fette
wie Margarine oder Öle beinhalten "leere Kalorien" mit sehr wenigen oder gar keinen Nährstoffen, tragen aber zu einer übermässigen Kalorienzufuhr und Übergewicht bei.

Zucker
Raffinierter Zucker, Süssigkeiten und Soft-Drinks versorgen den Körper mit Kalorien ohne Mineralstoffe, Vitamine oder anderen Nährstoffen und erhöhen das Risiko für ÜbergewichtInsulin-ResistenzenTyp-2-Diabetes und das sogenannte metabolische Syndrom.

Bohnen
Bohnen wurden während der menschlichen Evolution kaum in grösseren Mengen gegessen. Das Risiko bei Bohnen liegt in Ihrem hohen Gehalt an PhytinsäureLektinenProthese-InhibitorenAlkylresorzine und Phytoöstrogenen. Inhaltsstoffe von Sojabohnen (sog. Flavonoide wie Genistein oder Daidzein) haben giftige Auswirkungen auf östrogen-empfindliche Gewebe und auf die Bauchspeicheldrüse. In der alten chinesischen Küche wurden Sojabohnen und deren Produkte mit Vorsicht gegessen und die Menge der Aufnahme war deutlich geringer als die des sogenannten "gesundheitsbewussten" westlichen Menschen heute.

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