Die Methoden der Pseudowissenschaften

#Pseudowissenschaften
Prof. Ernst zitiert in seinem Blog einen wichtigen, sehr kritischen Artikel über die Homöopathie, in dem auch die häufig benutzten Methoden und Argumentationsketten in den Pseudowissenschaften aufgezählt werden. Prof. Ernst sagt, dass das Verständnis dieser Methoden sehr wichtig für die meisten Diskussionen über die alternativ-medizinischen Themen ist - (frei und {ergänzend} von mir übersetzt):
Das Ignorieren von in der Wissenschaft angesiedelten Erkenntnissen: wir wissen heute viel über das Verhalten von Wasser, aber es gibt einige Anstrengungen {aus den Lagern der Alternativmedizin} neue Inhalte wie z.B. das angebliche "Wassergedächtnis" {zur Erklärung der Wirkweise von hömöopathischen Mitteln} einzuführen ohne dabei das bestehende wissenschaftliche Wissen zu berücksichtigen. So erscheinen viele Erklärungen wie z.B. aus der Homöopathie ohne eine Basis zur Wirklichkeit, wie sie die Wissenschaft versteht. {Analog zum "Wassergedächtnis" wäre der sogenannte "Craniosacrale Impuls" kurz CSR in der Osteopathie / Craniosacralen Therapie zu nennen}.
Die {bewusst} falsche Anwendung von Wissenschaft: Quantenphysik ist eine unbestreitbar erfolgreiche Beschreibung von Teilen in der Natur und Ihre Begrenzungen sind in der Wissenschaft und weiten Teilen der Öffentlichkeit anerkannt. Pseudowissenschaftler wie z.B. Homöopathen scheinen auf zynische Art und Weise diese Unwissenheit auf unpassende Themen zu übertragen.
Die {bewusste} Ablehnung von wissenschaftlichen Standards: über die Jahrhunderte hat die Wissenschaft sogenannte Beweis-Standards und Experimente hervorgebracht, um sicherzustellen, dass gewonnene Erkenntnisse übereinstimmend und {durch andere Wissenschaftler} wiederholbar sind. {Solche Standards sind z.B. in der Medizin die randomisierten, placebo-kontrollierten Blindstudien}. Diese Stärken der Wissenschaft werden von den Pseudowissenschaften als Schwächen dargestellt, nämlich, dass Wissenschaft undurchlässig für neue Ideen sei.
Behauptung von Unterdrückung: Pseudowissenschaft wird von der wissenschaftlichen Gemeinschaft abgelehnt, weil sie sich nicht an die wissenschaftlichen Standards hält. Der wissenschaftlichen Gemeinschaft auf der anderen Seite wird vorgehalten, dass es sich um eine gefährliche Vorherrschaft handele, die sich neuen Ideen verstellt, nur um ihre Rechtgläubigkeit zu verewigen. Und dies obwohl sich radikale Ideen in den Wissenschaften schnell durchsetzen, wenn sie durch wissenschaftliche Beweise gestützt und infolge durch wichtige Preise anerkannt werden {wie z.B. durch den Nobelpreis}.
Eine Lücke in der Beweiskette: viele Gebiete in den Pseudowissenschaften legen es nicht darauf an, ein Phänomen zu überprüfen, sondern suchen eher nach Beweisen, um eine bereits vorgefasste Schlussfolgerung zu begründen. Wenn die gewonnenen Daten dazu nicht ausreichen, versucht man sich oft mit logischen Sprüngen zu helfen.
• Das Fokussieren auf Nebensächlichkeiten: alle Gebiete der Wissenschaft haben Anomalien aufzuweisen, die nicht mit dem gesicherten wissenschaftlichen Verständnis in Einklang zu bringen sind. Aber diese Anomalien können nicht die Tatsachen verdecken, die durch die grosse Mehrheit der Daten gewonnen wurden und die vorherrschenden Theorien stützen. In den Händen der Pseudowissenschaftlern werden diese unverbundenen Rand-Phänomene als ein zusammenhängendes Wissen präsentiert, dass das mehrheitliche Verständnis in der Wissenschaft ersetzen soll.

Andere Quellen zu dem Thema:
http://archive.randi.org/site/index.php/swift-blog/1929-craniosacral-therapy-demonstrable-nonsense.html


überarbeitet am 4.11.2015





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