Stellungnahme der "Gesellschaft für Neuropädiatrie" zur Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen

Nach der ersten Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie zur "Craniosacralen Therapie" aus dem Jahr 2005, wo durch namhafte deutsche Kinderärzte wie Prof. Dr. Gunter Gross-Selbeck festgestellt wurde, dass die sogenannte "Craniosacrale Therapie" nicht mehr als eine Art Massage und für keine kinderärztliche Indikation zu empfehlen ist, hat die Gesellschaft nun eine neue Stellungnahme zur "Osteopathie bei Kindern und Jugendlichen" verfasst.
Zitat: "Letztendlich kommen die Autoren zu der Schlussfolgerung, dass es weiterhin keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis für eine osteopathische Behandlung bei Kindern und Jugendlichen gibt.

Leider zögern die Autoren der neuen Stellungnahme, hieraus nun die richtigen Schlüsse zu ziehen. Angemessener wäre es nämlich zu sagen, dass aufgrund der wissenschaftlichen Beweislage auch die Osteopathie nicht bei Kindern und Jugendlichen zu empfehlen ist. Die jüngeren Ärzte sind jedoch vorsichtiger als die alten Hasen, die das Statement in 2005 verfasst haben. Doch das hilft in der Sache leider nicht! Sich kritisch mit der Materie auseinanderzusetzen, heisst auch klar Stellung zu beziehen. Immer nur darauf hinzuweisen, dass die Studienlage ungenügend ist und mehr Studien für eine Beurteilung notwendig sind, verschiebt das Problem mit der Osteopathie auf unbestimmte Zeit in die Zukunft.

Hinweis: bevor Sie ihr Kind / Säugling mit zweifelhaften, nicht bewiesenen alternativ-medizinischen Methoden behandeln lassen, gehen Sie bitte immer erst zum Kinderarzt und anschliessend zu einem medizinisch ausgebildeten Behandler z.B. aus dem Bereich Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie und nicht zum Heilpraktiker, der medizinisch gesehen ein Laie ist.

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