Was bewirkt denn schon so ein Blog? - Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut

Der Blog - Stimme des "kleinen" Mannes und der "kleinen" Frau
Ein Blog und seine Varianten - genauso wie Twitter und Co. - werden die Haupt-Nachrichten und Informationsquellen der Zukunft sein. Das Internet mit seinen unzähligen Angeboten wird ebenfalls eines Tages dafür sorgen, dass man Bücher und andere gedruckte Medien nur noch im Museum bestaunen kann. Willkommen in der medialen Zukunft.
Guten, mutigen und kritischen Journalismus muss man ja auch bereits mit der Lupe suchen. Blogger sind offener, ehrlicher, direkter und zum größten Teil auch ohne finanzielle Interessen. In den etablierten Medien gibt es zu viele ehrgeizige Soft-Schreiberlinge und Primitiv-Journalisten, denen es vollkommen egal ist, was Sie schreiben. Hauptsache die Quote stimmt und die Kasse klingelt, Volksverdummung und Fake-News inklusive. 

Das Ende des Gutenberg´schen Erbes 
Herr Gutenberg wird sich im Grabe umdrehen, aber auch seine Erfindung hat schliesslich ein Verfallsdatum. Vielleicht erst in 100 Jahren oder später, aber es wird der Moment kommen. Auf Papyrus oder Tontafeln schreibt ja heute auch niemand mehr. Papier wird eines Tages immens teuer werden und Bücher wie Briefmarken gehandelt...
Was Seriosität angeht, stehen Bücher heutzutage immer noch höher im Kurs als virtuelle Infos in Form eines Blogs u.a., aber mit einem Blog kann man schnell zu einem "Influencer" werden, zu einer langsam tickenden Meinungs-Bombe, die, wenn sie explodiert, sich als Kritik-Welle ausbreiten und so viele Menschen erreichen kann. So kann eines Tages damit also doch etwas bewirkt und in die richtige Richtung gelenkt werden. 
Würde man also ein Buch über die Fake-Methoden "Osteopathie / Craniosacrale Therapie" schreiben, würde es dem Anliegen eine um Potenzen höhere Seriosität verleihen (Potenzen ist hier nicht homöopathischen Sinne gemeint - Gott bewahre - sondern natürlich im mathematischen). Durch Bücher werden dann auch viele Autoren gleich zu Experten hochstilisiert. Das ist natürlich Unsinn, aber die geilen Medien stürzen sich wie Hyänen auf alles, was irgendwie interessant erscheint und Quoten bringt.
Ein Blog dagegen ist kurzlebig und kurzweilig, gedrucktes Papier ist es nicht. Wie sagt man so schön? Papier ist geduldig. Ein Blog entzieht sich allerdings jeglicher Kontrolle, kein Querlesen, kein Redigieren, kein Verleger, keine Redakteure, kein Lektor, keine wie auch immer geartete Zensur. Ein Hoch also auf die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten und die nicht hoch genug zu schätzende Meinungsfreiheit, die gottlob in unserem Grundgesetz fest verankert ist. In Saudi-Arabien säße man mit so einem Kritik-Blog bestimmt schon im Kerker und in der Türkei würde man zu mindest unter Arrest stehen oder auch im Kerker sitzen. Meinungsfreiheit ist ein sehr hohes Gut, das muss man sich immer wieder klarmachen! 
Im Blog kann bereits Geschriebenes immer und immer wieder angepasst, nuancierter formuliert und nachgebessert werden. Bücher sind ja eher wie Schnecken. Sie kriechen langsam von einer Ausgabe zur nächsten. Ein Blog verändert sich dagegen täglich. "Carpe diem" sagte schon der Lateiner. Ein Blog ist also viel lebendiger als ein Buch und - der nächste riesengrosse Vorteil gegenüber einem Buch - man kann sich verlinken zu anderen Autoren, Hinweise geben und Quellen nennen, die jederzeit abrufbar sind. Das vernetzte Universum hinter einem Blog kann gewaltig sein, schließlich steht einem die ganze Welt als Quelle zur Verfügung. Das ist ein Potenzial, das jetzt noch gar nicht abzuschätzen ist.
Ein informativer, sachlich-emotionaler Kritik-Blog wie dieser ist jedoch leider relativ unattraktiv gegenüber zum Beispiel einem Girlie-Blog mit Schmink-Tipps oder einem Mode- oder Fitness-Blog mit jungen hübschen Körpern, diese findet man in Hülle und Fülle ja bei Instagram.



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