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Was bewirkt ein Blog?

Der Blog ist die Informationsplatform der Zukunft und das Internet mit seinen unzähligen Angeboten wird eines Tages dafür sorgen, dass man Bücher nur noch im Museum bestaunen kann. Herr Gutenberg wird sich im Grabe umdrehen, aber auch seine Erfindung hat ein Verfallsdatum. Vielleicht erst in 100 Jahren oder später, aber es wird der Moment kommen. Auf Papyrus oder Tontafeln schreibt ja heute auch niemand mehr.

Doch welchen Wert hat ein so Informations-Blog?
Würde ich ein Buch über die Fake-Methoden "Osteopathie" und "Craniosacrale Therapie" schreiben, es würde meinem Anliegen eine um Potenzen höhere Seriosität verleihen (Potenzen ist hier nicht homöopathischen Sinne gemeint - Gott bewahre - sondern natürlich im mathematischen). Ein Buch katapultiert die meisten Autoren dann auch gleich zu einem Experten und alle TV-Formate wollen nach der Veröffentlichung mit einem sprechen, vorausgesetzt der "Mob" interessiert sich dafür (das mit dem Mob ist natürlich sarkastisch gemeint). Darauf kann ich jedoch getrost verzichten. Ein Blog ist halt kurzlebig, gedrucktes Papier ist es nicht. Wie sagt man so schön? Papier ist geduldig. Und ein Blog entzieht sich jeglicher Kontrolle, kein Querlesen, kein Redigieren, kein Verleger, keine Redakteure, kein Lektor, die einem dazwischenfunken können. Der Vorteil ist jedoch, ich kann schreiben, wie ich will und was ich will. Ein Hoch also auf die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten und die nicht hoch genug zu schätzende Meinungsfreiheit. Der Nachteil ist, dass meine Inhalte nicht geprüft werden und sie erreichen nur eine kleine Leserschaft, denn es gibt Millionen - vielleicht sogar schon Milliarden - Blogs. Ein Kritik-Blog ist darüber hinaus auch relativ unattraktiv gegenüber zum Beispiel einem Girlie-Blog mit Schmink-Tipps oder einem Mode- oder Fitness-Blog.

Ich werde am Blogging dennoch in jedem Fall festhalten. Es gibt gegenüber einem Buch nämlich enorme Vorteile. Bereits Geschriebenes kann immer und immer wieder angepasst, nuancierter formuliert und nachgebessert werden. Bücher sind ja eher wie Schnecken oder Schildkröten. Sie kriechen langsam von einer Ausgabe zur nächsten. Ein Blog verändert sich dagegen täglich. "Carpe diem" sagte der Lateiner. Ein Blog ist also viel lebendiger als ein Buch und - der nächste riesengrosse Vorteil gegenüber einem Buch - man kann sich verlinken zu andere Autoren, Hinweise geben und Quellen nennen, die jederzeit abrufbar sind. Das vernetzte Universum hinter einem Blog kann gewaltig sein, schließlich steht einem die ganze Welt als Quelle zur Verfügung. Das ist ein Potenzial, das jetzt noch gar nicht abzuschätzen ist.

So ein Blog kann sich aber eben auch zu einer (sehr langsam) tickenden Kritik-Bombe entwickeln, die, wenn sie explodieren sollte, sich als Kritik-Welle ausbreiten und viele Menschen erreichen kann (dieser Blog wird übrigens auch in den USA gelesen und jetzt wo ich das Wort "Bombe" verwendet habe, bin ich wohl auch auf dem Schirm der NSA - nur zu!) So kann eines Tages damit also doch etwas bewirkt und in die richtige Richtung gelenkt werden. Davon bin ich überzeugt, sonst würde ich das hier nicht machen, sondern lieber in meinem Garten sitzen oder anderen Hobbys nachgehen.

Düsseldorf, den 21.8.2017
Mit freundlichen Grüßen
Volker H. Richter


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