Warnung vor chiropraktischen Anwendungen und Manipulationen insbesondere an der Halswirbelsäule

Es scheint fest bei sehr vielen Verbrauchern die Vorstellung verankert zu sein, dass ein "Knack" in der Wirbelsäule hier und da hülfe, die jeweiligen Beschwerden zu lindern. Viele Betroffene geben an, dass Sie sich nach einer chiropraktischen Behandlung (kurzzeitig) besser fühlen würden. 

Chiropraktische Anwendungen an der Wirbelsäule ist Physiotherapeuten und anderen Medizinalfachberuflern strengstens verboten; das dürfen nur die Laienmediziner mit Heilpraktikerstatus (ohne jegliche klinische Erfahrung) und natürlich Ärzte (meist Orthopäden). 

Chiropraktiker selbst loben Ihre Methode in allerhöchsten Tönen und sind bis ins Mark von deren Wirksamkeit überzeugt (im selben Boot dieses medizinischen Irrglaubens und bestialischen Unfugs sitzen auch die sogenannten "Homöopathen" und natürlich die sogenannten "Osteopathen" und deren Derivate, zum Beispiel die sogenannten "Craniosacral-Therapeuten").

Es gibt jedoch mittlerweile sich häufende Berichte bis hin zu Todesfällen nach chiropraktischen Anwendungen, besonders im Bereich der Halswirbelsäule. Warum? Die Antwort ist einfach und einleuchtend: entlang der Halswirbelsäule und fest mit dieser durch Bindegewebe verknüpft, läuft beidseits die Arteria vertebralis, die das Gehirn schließlich von posterior also von hinten mit Blut versorgt. Bei plötzlichen, ruckartigen Drehbewegungen mit hohem Impuls (das berüchtigte Einrenken), kann es zu sogenannten Mikrotraumata in der Arterie kommen, kleinen zunächst unbemerkten Verletzungen, in deren Folge es zu einer Entzündung und schließlich zu Bildung eines Blutpfropfens (Thrombus) kommen kann. Wenn dieser sich dann löst und in Richtung Gehirn wandert, kommt es zu einem Schlaganfall, der tödlich enden kann. Und wenn er nicht tödlich endet, dann bedeutet das in jedem Fall eine lebenslange Behinderung. Der Chiropraktiker, bei dem Sie (noch) in Behandlung sind, wird das wegbügeln mit Argumenten, dass es überall schwarze Schafe gibt, schlecht ausgebildete Personen, die die Methode falsch anwenden oder darauf hinweisen, dass auch viele Patienten nach ärztlichen Eingriffen versterben. Alles Argumente, die erstmal nicht zu widerlegen sind, jedoch von der eigentlichen Gefahr eines chiropraktischen Eingriffes ablenken. 

Chiropraktische Eingriffe werden nicht selten auch bei Säuglingen mit Fehlhaltungen und angeblichen Kopfgelenksblockaden angewendet. Mit welchen Spätfolgen nach einem solchen Eingriff zu rechnen ist, ist unabsehbar und schwer nachkontrollierbar, wenn es Monate oder Jahre später zu Komplikationen kommt.

Wenn jemand für sich oder mit seinem Kind zum Chiropraktiker geht, woher will er wissen, dass nicht eine Verletzung der Halsarterie nach dem Eingriff stattgefunden hat? In seinen Körper kann man schliesslich nicht hineinschauen. Wenn die Person dann verstirbt, kann der Pathologe zwar aufschneiden und das Gewebe untersuchen, aber dann ist der Betroffene tot. Und "tot ist tot, da machste nix mehr", sagte mir mal eine Patientin sehr treffend. Nach einem solchen Eingriff können Symptome wie Schwindel und Übelkeit auftreten. Darauf wird der Chiropraktiker wahrscheinlich auch hinweisen. Und wenn diese Symptome wieder nach Stunden verschwunden sind, werden denkt man "alles ok". Aber, dass ein Mikrotrauma mit schwerwiegenden Spätfolgen verursacht wurde, das kann eben niemand ausschliessen!

Hier gilt es, die Bevölkerung vor Schaden zu bewahren und das kann nur der Gesetzgeber und die verantwortlichen Organe zum Beispiel der G-BA des Bundestages.

Weitere ausführliche und wissenschaftlich exzellent recherchierte Artikel zu diesem Thema finden Sie bei Prof. Ed. Ernst / UK.

P.S. Die Dunkelziffer der durch chiropraktische Eingriffe verursachten Todesfälle oder schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfälle ist nicht abzuschätzen, weil es keinerlei Monitoring diesbezüglich gibt. Chiropraktiker können auf dieser Basis einer verfehlten Informations- und Gesundheitspolitik weiter Ihr Unwesen treiben und Menschen direkt in den Tod befördern.

Aktueller Beitrag zum Tode eines Patienten nach einem chiropraktischen Eingriff.

Buchtipp: Gesund ohne Pillen, Kapitel 4 "Die Wahrheit über Chiropraktik"

Siehe auch die sehr gut recherchierten Blogbeiträge eines PT-Kollegen aus Wuppertal.







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