Die Tricks der Osteopathen - Teil 1

Die Tricks der Osteopathen - Teil 1

Gemäss dem Gründer der Osteopathie A.T.Still soll der Osteopath seinen Patienten - nachdem er ihn behandelt hat - frühestens nach 3 Wochen wiedersehen
 („Find it, Fix it and leave it“ - Maxime).*

In der Zwischenzeit würden die Selbstheilungskräfte - angestossen durch die osteopathischen Intervention  - Ihre Arbeit machen und es ist nach dieser Zeit zu erwarten, dass es dem Patienten besser geht oder sein Leiden gar beendet ist. 

In der Tat geht es Patienten bei vielen nicht lebensbedrohlichen, akuten Erkrankungen nach 3,6 oder 9 Wochen wesentlich besser; das belegen diesbezügliche wissenschaftliche Untersuchungen. Und es würde Ihnen genauso besser gehen, wenn Sie anstelle der Osteopathie nichts unternommen, ab und zu Schmerztabletten geschluckt oder einfach Tee getrunken hätten und spazieren gegangen wären. Siehe hier (Absatz „Der natürliche Verlauf einer Erkrankung“ am Beispiel von Kreuzschmerzen).

Zum Vergleich: physiotherapeutische Interventionen finden üblicherweise 1-2mal in der Woche statt, in Akutfällen manchmal sogar 3-5x. Was wird wohl beim Verbraucher besser ankommen und eine höhere Wirksamkeit suggerieren? 1-2mal die Woche oder einmal alle 3 Wochen? Die Antwort auf diese rhetorische Frage ist selbstredend.

Stellen Sie sich bitte einmal vor: Sie haben eine bakterielle Bronchitis, müssten also regelmässig 3x täglich und über 10 Tage Antibiotika nehmen. Der Arzt würde Ihnen sagen, dass Sie nur eine einzige Tablette vom Antibiotikum nehmen und dann nach 3 Wochen wiederkommen sollen. Was würde passieren? Vielleicht liegen Sie dann schon aufgrund einer schweren Lungenentzündung nicht mehr ansprechbar auf der Intensivstation oder haben zumindest so schwere Atemprobleme, dass Sie ernsthaft an den Fähigkeiten des Arztes zweifeln und erwägen diesen zu verklagen. Der verliert infolge seines schweren Behandlungsfehlers die Approbation. Eine irre Geschichte, nicht wahr? Würde sich auch niemals mit einem Mediziner so zutragen, aber einem Homöopathen oder Osteopathen wird genau diese Vorgehensweise zugebilligt.

*Im Übrigen arbeiten viele Homöopathen mit demselben Trick, indem sie nach der ersten Zucker-Kügelchen-Behandlung den nächsten Termin frühestens nach einigen Wochen anberaumen. Siehe hierzu auch das kritische Buch von Natalie Grams.


Links:
Teile 1-5


Weitere gut recherchierte Beiträge finden eines geschätzten Wuppertaler Kollegen finden Sie hier.

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