Personalauswahl in der Physiotherapie

Wenn man sich die Stellenanzeigen z.B. bei Physio-Deutschland anschaut, ähneln sich die Anzeigen im Grossen und Ganzen. Mal wird mehr, mal weniger differenziert geschrieben, aber inhaltlich gibt es keine grossen Unterschiede: die meisten wollen Arbeitnehmer mit soviel Fortbildungen / Zusatzqualifikationen wie möglich, damit ein grosses Spektrum an Therapiemöglichkeiten abgedeckt ist. Berufsanfänger werden meist nicht expilzit gesucht / erwähnt. Die meisten wollen zudem engagierte, zuverlässige und motivierte Arbeitnehmer. Über die Bezahlung / Vergütung wird auch nicht viel gesagt und ein differenziertes Anforderungsprofil ist eher die Ausnahme.

Sollte man sich als Arbeitgeber / Inhaber einer Praxis / Reha-Einrichtung überhaupt allzu viele Gedanken über die Personalauswahl machen? Welche Methoden finden in der Personalauswahl Anwendung?

Als Arbeitgeber schreibt man die übliche Stellenausschreibung und bekommt dann evt. Bewerbungsunterlagen zugeschickt mit Foto (nicht mehr zwingend), Lebenslauf und Zeugnissen. Wenn diese ansprechend sind, wird der oder die Bewerberin zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Accessmentcenter oder spezielle Fragebögen zur Evaluierung des Bewerbers dürften die Ausnahme sein, da die meisten Praxen eher Betriebe unter 10 oder sogar unter 5 Mitarbeitern sind und sich solche kostspieligen Dienstleistungen nicht lohnen, oder etwa doch? Es wird in der Regel nicht sonderlich viel Geld in die Personalsuche oder -arbeit gesteckt. Der gute Eindruck im Gespräch und die Zeugnisse sind meist die Hauptkriterien zur Einstellung oder Ablehnung eines Bewerbers. Ist dieser von vielen praktizierte Weg aber auch der, der zu guten Ergebnissen gleich optimal für die Stelle zugeschnittenen Mitarbeitern führt?

Wer sich mehr über Personalauswahl und -fragen beschäftigen möchte, dem empfehle ich die Kurzvorträge von Prof. Dr. Uwe Peter Kanning (Uni Osnabrück). Prof. Kanning kann nicht nur brilliant und verständlich vortragen, sondern mischt in seine Vorträge auch immer eine Prise Ironie oder Sarkasmus, wenn er althergebrachtes Wissen zu diesem Thema aufbröselt oder gar ad absurdum führt (z.B. esoterische Einstellungskriterien wie Sternzeichen, die Schriftdeutung oder die Bewertung eines Händedrucks).

Siehe seine Videoreihe "15 Minuten Wirtschaftspsychologie"




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